Gestalt meint die gesamte Gestalt eines Menschen, als Figur vor seinem Hintergrund, und die Arbeit an den "offenen Gestalten": Themen, die eine Person unerledigt mit sich herumschleppt und die am freien Entscheiden und Geniessen des Lebens hindern.

"Gestalt ist zu schade, um nur kranken Menschen vorbehalten zu sein": Es ist nicht nur eine Art der Psychotherapie, die ich im AKG, dem Arbeitskreis Kritische Gestalt, gelernt habe, sondern auch eine Lebenshaltung:
  • Polaritäten beachten, wie sie Salomo Friedlaender in den 20er Jahren als hilfreiches Denkmodell entworfen hat: Wir sind immer irgendwo zwischen den Polen, sehen aber oft die andere Seite nicht.
  • Den Kontakt-Zyklus wahrzunehmen, wie wir Kontakte aufnehmen, steigern und verabschieden, nachklingen lassen und Pausen machen, um zu neuen Kontakten bereit zu sein - und das auch mit ganzen Gruppen ...
  • Alle Entscheidungs-Freiheiten zu entdecken, um sie nutzen zu können und nicht in eindimensionale Pflichterfüllung zu verfallen
...
In der Entstehungszeit hätte GESTALT, das deutsche Fremdwort im Amerikanischen, auch Existential - oder Konzentrationstherapie genannt werden können. Die beiden psychotherapeutischen Begründenden, Fritz und Laura Perls, vermittelten ihren amerikanischen Partnern Paul Goodman und Ralph Hefferline auch ihren philosophischen Hintergrund, zu dem auch die Gestalt- und sie Existentialphilosphie und -Psychologie gehörten.

Dabei entsteht auch die politische Dimension der Gestaltarbeit, auch politische Psychotherapie mit einem Blick auf die Freiheit des Menschen. In der Psychoanalyse waren die politischen Entwicklungen abgespalten worden ... wie Otto Gross und Wilhelm Reich

gestaltleben