Transform-Prozesse brauchen Einstiege, die erst mal motivieren, auf den Weg zu kommen.
Trans-Formation ist bei Paulo Freire ein komplexer Begriff, der nicht mit "Veränderung" zu übersetzen ist: Es geht auch um die energetische Trans-Formierung in eine neue Form, die der Gruppe oder Gemeinschaft nun besser entspricht.

Wichtige Kriterien, die auch der befreienden Pädagogik nach Paulo Freire folgen,
hat Lutz Brangsch in seinen Überlegungen zum Charakter von Einstiegsprojekten.
www.rosalux.de

Gesellschaftliche Veränderung ist kein historisch determinierter Prozess. Ob Marxismus oder Poststrukturalismus, Geschichte wird immer noch gemacht. Und zwar nicht von irgendwelchen Lokomotiven der Weltgeschichte, sondern irgendwie von uns allen. Dieses 'irgendwie' aber reicht - bei allem Verständnis für Ratlosigkeit angesichts der Komplexität der Welt - nun einmal nicht aus und so ist es an der Zeit, mit dem vermutlich größten W-Wort der Linken eine der ganz entscheidenden Fragen zu stellen: Wie bloß?
arranca.nadir.org

ABC der Alternativen

Von "Ästhetik des Widerstands" bis "Ziviler Ungehorsam"Herausgegeben von Ulrich Brand, Bettina Lösch und Stefan Thimmel In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung, der tageszeitung und dem Wissenschaftlichen Beirat von Attac 272 Seiten; Fadenheftung; Klappenbroschur EUR 12.00 ISBN 978-3-89965-247-5


Merkmale für Einstiegsprojekte:
„Aus der Sicht eines transformationstheoretischen Ansatzes werden Projekte, die
erste Schritte in eine andere Entwicklungsrichtung ermöglichen, einer Reihe von
Maßstäben genügen müssen:

1. Da der Ausgangspunkt jeder realistischen Alternative die akuten Widersprüche und Konfliktlinien der Gesellschaft sind, die das Leben der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar betreffen und sie bewegen, folgt daraus:
Einstiegsprojekte in einen anderen Entwicklungspfad müssen wesentliche ungelöste Probleme in der Gesellschaft betreffen. Sie müssen das Empfinden von Mehrheiten aufnehmen und Antworten auf ihre Ängste, auf ihr Verlangen nach Arbeitsplätzen, Sicherheit und Selbstbestimmung über das eigene Leben zu geben versuchen.

2. Einstiegsprojekte müssen realistisch sein, das heißt die Chance bieten, in absehbarer Zeit durchsetzbar zu sein und zu Verbesserungen für möglichst viele Lohnabhängige und besonders für sozial Benachteiligte zu führen.

3. Solche Einstiegsprojekte würden daher die Mobilisierung von potenziellen Akteuren für sozialen Wandel ermöglichen. Sie müssen geeignet sein, das in der Öffentlichkeit weit verbreitete TINA-Symdrom und das Ohnmachtgefühl zurückzudrängen, dass kaum etwas zu erreichen sei gegen die herrschende Politik. Wichtig ist das Entstehen von TAMARA-Erfahrungen in der Gesellschaft: There Are Many And Realistic Alternatives!)
Empirische Untersuchungen haben ergeben, dass knapp 50 Prozent der gegenwärtig politisch kaum aktiven Deutschen von sich sagen, dass sie sich politischengagieren würden, wenn sie mit einem Erfolg rechnen könnten.

4. Dem Gedanken eines zukunftsfähigen Wandels als transformatorisches Projekt folgend sollten Einstiegsprojekte zur Lösung gegenwärtiger Probleme die Öffnung für weiterreichende Entwicklungen erkennen lassen und zur Zurückdrängung der Kapitaldominanz, zur Demokratisierung der gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse und zur Zivilisierung von Konflikten auf der Basis der Abschwächung repressiver Elemente beitragen.“ (weiter: Siehe Quelle (PDF)