"... da liegt der riesige Schatten Freud's jetzt nicht mehr auf meinem Weg“ schrieb der österreichische Arzt, Psychoanalytiker und Revolutionär Otto Gross (1877-1920) in einem Brief an Frieda Weekley (geb. von Richthofen) und umriss damit seine Bemühungen um eine Anwendung der psychoanalytischen Methode auf die gesamtgesellschaftlichen Strukturen. Gross entwickelte ein wissenschaftliches Konzept, das in dem Satz "Die Psychologie des Unbewussten ist die Philosophie der Revolution“ zusammengefasst werden kann. Dieses Konzept setzte darauf, die mit therapeutischer Hilfe erreichte Bewusstmachung unbewusster Vorgänge zur sozialen Veränderung und damit zur Rebellion gegen die herrschenden patriarchalischen Strukturen zu nutzen.

Der Kongress wurde von der Internationalen Otto Gross Gesellschaft in Kooperation mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Suchtforschung, der Universitätsklinik für Tiefenpsychologie und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien, dem Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Universität Wien, dem Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien, und der Österreichischen Gesellschaft für arzneimittelgestützte Behandlung Suchtkranker (ÖGABS) veranstaltet.

Der Kongressbericht vom 6. Internationalen Otto Gross Kongress liegt jetzt vor. Der Sammelband präsentiert die Vorträge der Tagung, die vom 8.-10. September 2006 in Wien - mehr auf http://literaturwissenschaft.de