Paulo Freire war ein netter kleiner Brasilianer, der mit seiner ansteckenden Menschenfreundlichkeit sogar die Autoritätssysteme der Schulen und Hochschulen, der Kirchen und Theologen und der Diktatoren verunsichern konnte. freire1994muenchen.jpeg
Entsprechend wurde er von den besseren Herren gefürchtet, als Kommunist verdammt und in autoritären Systemen totgeschwiegen, wie er von jungen denkenden und fühlenden Menschen geehrt und bis heute übernommen wurde: Die Theologie der Befreiung und das Theater der Unterdrückten beziehen aus seinen Grundgedanken der Pädagogik der Unterdrückten und der Lernautonomie ihre Grundgedanken.

Eine Erziehung als Praxis der Freiheit scheint auch heute noch ein großer Widerspruch.

Ein Projekt zur gemeinschaftlichen Fortbildung in der Gestalt-Arbeit und Gestaltkommunikation, Generationen-Akademie

auch als Grundlage des Selbstorganisierten Lernens (im Gegensatz zur entfremdenden Stoff-Trainings in unseren Schulen)

Wer Stoff verabreicht, macht süchtig!

Die Alternativen werden von den Reaktionären immer noch diffamiert, mit ihren pseudo-idealistischen Moralismen wird Berufsvorbereitung statt Ausbildung und Wissenschaftliches Denken an den Hochschulen verabreicht. http://paed.com/freire und http://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Freire
Jedes Kind will selbst lernen, aber durch unsere Stoff-Verabreichung setzen wir Jugendliche in Zustände wie hochgradiger Drogen-Konsum: Po Bronson, Ashley Merryman: 10 schockierende Wahrheiten über Erziehung, Riemann München 2010

Kritische Theorie und Kritische Pädagogik

Kritische Theorie ist der Oberbegriff für die wissenschaftliche Arbeit mit den Grundlagen der philosophischen und gesellschaftlichen Kritik, wie sie von Hegel und Kant her durch Engels und Marx, Gramsci, Freud, Marcuse, Adorno und Fromm, Habermas, um nur einige zu nennen, für mich am Treffendsten aktualisiert durch Paul Goodman, Laura und Fritz Perls, Augusto Boal und Paulo Freire.

Wenn die Augen mal geöffnet sind, ist die Kritische Theorie in vielen Feldern wieder zu finden, auch wenn es in unseren alten Hierarchien immer noch nicht üblich ist, sich darauf zu beziehen: Der Kalte Krieg hatte in der NATO nie aufgehört, der Waffenhandel hat die höchsten Renditen, von Landgrapping bis nach Mecklenburg gefolgt: Robert Jungk hatte mit seinen Zukunftswerkstätten ein demokratisches Instrument entwickelt, in Mecklenburg wird das nächste Zukunftswerkstatt-ModeratorInnentreffen im Juni 2015 stattfinden.

"Der Hunger im Angesicht des Wohlstandes und die Arbeitslosigkeit in der Welt sind unmoralisch,

und nicht lediglich ein fataler Umstand, wie es reaktionäre Kräfte gerne darstellen, als litten sie darunter, dagegen nichts tun zu können."

(Paulo Freire: Pädagogik der Autonomie. Notwendiges Wissen für die Bildungspraxis. Münster 2008: Waxmann. S. 93)


Paulo-Freire-Gruppen und -Seiten:

Paulo Freire Institut (PFI) Berlin in der INTERNATIONALEn AKADEMIE BERLIN für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA)

Paulo Freire Institut in den Projekten „Übergänge“ und „Eltern aktiv“ in mehreren Kitas und Schulen in Moabit


RUNDBRIEF zu abonnieren des **Paulo Freire Zentrum Wien:** Themen
Andere Quellen: http://paulo-freire.wikispaces.com engl: http://bucs.wikispaces.com/Paulo+Freire


Paulo Freire und der Subcomandante Insurgente Marcos - von Miguel Escobar Guerrero
http://paulo-freire-akademie.wikispaces.com/Paulo+Freire+%26+Subcomandante+Marcos


Pages of Interest:

http://www.infed.org/thinkers/et-freir.htm
http://www.paulofreireinstitute.org/index.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Paulo_Freire
http://aurora.icaap.org/talks/freire.html
http://www3.nl.edu/academics/cas/ace/resources/paulofreire.cfm

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Der Verein Paulo-Freire-Gesellschaft e.V. bisher VR München 14970 wird nun in Berlin weitergeführt, im München wird es weiter Projekte innerhalb des zbb, Zusammenschluß bayrischer Bildungsinitiativen geben.

für den Überblick kommen Dokumentationen auf: http://www.paulo-freire-ges.de
Wie man selber Comix macht: Juan Acevedo aus Peru ist öfter in München
Heft gegen ausbeuterische Kinderarbeit mit der Agenda 21 Eine Welt München
Fortbildungen zum Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal
Information und Weiterbildung zu den Methoden befreiender Pädagogik, Pädagogik und Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal, internationaler Austausch zu emanzipatorischer Bewusstseinsbildung

Fritz Letsch, München -> Augusto Boal, Theater der Unterdrückten, Forum-Theater, generative Themen der Teilnehmenden, Mythen-Arbeit und Demythologie
Prof. Dr. Manfred Peters, Namur/ Belgien -> Afrika, Alphabetisierung, Länder der grossen Seen,
Heinz Schulze, München -> Mittelamerika, Peru, education popular, Regenwald - Partnerschaft Ashaninka der Stadt München, gegen Kinderarbeit
Dr. Ilse Schimpf-Herken Berlin -> Südamerika, LehrerInnenfortbildungen, Susanne Wörz, Reutlingen -> Bereich Schule, Entwicklung
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Bundesweiter Verband von PädagogInnen, Sozialarbeitenden, Lehrenden und Ausbildenden, die mit den emanzipatorischen Methoden im Kontext der befreienden Pädagogik arbeiten und sich gelegentlich dazu auf den verschiedenen Ebenen austauschen. Seit März 2009: Der Verein zieht nach Berlin, ein münchner Projekt bleibt im zbb
In Artikeln, Büchern und Zeitschriften, aber vor allem in Seminaren und mit den Teilnehmenden erstellten Materialien wird die Basis gemeinsamen Lernens und partizipatorischen Lehrens weiterentwickelt und in internationalen Treffen vorgestellt.

Die vorher oft verschlossenen generativen Themen der Teilnehmenden werden in Methoden der Kodierung / Dekodierung zu den Schlüsseln des Lernens der Einzelnen in der Gruppe: Symbole und Bilder erschließen die Thesen der Einzelnen in der Gruppe, im Austausch entsteht die eigene Theorie der Welt, in der die Beteiligten leben und nun gemeinsam handlungsfähig werden.

Alte Mythen, die unsere Veränderungsfähigkeit einschränken, werden in ihre Macht- Funktionen zerlegt und durch eigenes Bewusstsein ersetzt.
In einzelnen selbst-organisierten Seminar-Projekten, für Soziale Arbeit, Pädagogik, Theaterpädagogik, Agenda 21 Eine Welt, interkulturelle Arbeit, Migration. Wir vermitteln PraktikantInnen in von uns unterstützte Projekte, wenn die InteressentInnen sehr hohe Eigenbeteiligung einbringen
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Theaterpädagogische Fortbildungen auf Anfrage,
Theater der Unterdrückten und Forum-Theater nach Augusto Boal
Legislatives Theater
für die verschiedenen politischen Anwendungsgebiete wie Jugend-Partizipation, Bürgerbeteiligung, Unternehmenskommunikation, Altenpflege, Migrations-Arbeit, Seniorentheater,...
Ausbildung von Studierenden an der fhm fachhochschule münchen fachbereich sozialwesen und Fortbildungen für pädagogisch, sozial und therapeutisch und im interkulturellen Bereich Arbeitende
Community-Arbeit, die Idee der Zivilgesellschaft in den Köpfen der BürgerInnen ist mir die grösste Hoffnung gegen die Kriege der Waffennarren und Ölsüchtigen, denn Demokratie und Mitwirkung müssen wir gegen alle Hoffnungslosigkeiten der alten Rechthaber erst entwickeln:
In der Theater-Arbeit mit Migranten-Kids fangen wir das schon mal früher an:
in der Internet-Gruppe http://de.groups.yahoo.com/group/gsundheit/ ist es zu verfolgen, in http://home.arcor.de/Letsch/gsund.htm steht das Konzept dazu.
Und jetzt ermutigt euch, glücklich zu sein: Das internationale Netz des Theater der Unterdrückten braucht eure Mitarbeit: ITO (engl.) hat internationale Übersichten der KollegInnen und Foren: http://www.theatreoftheoppressed.org

In den Internet-Gruppen gibt es die aktuellen Informationen dazu,
ich informiere auch gerne zur gemeinsamen Arbeit im Internet, am Liebsten per mail: zbb@joker-netz.de


Wir haben einen Freund verloren

Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo

Am Freitag, 2. Mai '97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern.
Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.

Kurzporträt Paulo Freire

Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in seinem Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-Einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers...“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unter­nehmens­seite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast. Zu seinem zentralen Thema: “Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen“:
„Die oft an mich gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewußtseinsbildung zu tun.“ Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken.
Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst- Weltler zu sein. Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen“. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

Paulo Freire hat von über 20 Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten.

Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
  • Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript 1968.
  • Pädagogik der Solidarität - Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
  • Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
  • Dialog als Prinzip - Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
  • „Der Lehrer ist Politiker und Künstler - Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

Die Ideen Paulo Freire’s wurden hierzulande durch die 1977 gegründete Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseins­bildung verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste: ArbeitsGemeinschaft Sozial­Politischer ArbeitsKreise München, Centro di Animazione per ‘l Autogestione Populare (Palermo / Italien), Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln) Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris), Mouvement d’ Animation de Base / International Ontmoetings­centrum (Hasselt / Belgien) und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).

Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo-Freire-Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Facht­agungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenen­bildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit. Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.

Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire- Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.

Für Juli dieses Jahres war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo-Freire- Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ‘97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

http://paulo-freire-akademie.wikispaces.com/Paulo+Freire+%26+Subcomandante+Marcos