Fritz Perls spielte in seinen jungen Jahren in Berlin bei Max Reinhardt Theater und schätzte dessen fortschrittlich einfühlsame Art der Inszenierung. In seinen späteren Anleitungen von Gruppen bezog er sich öfters auf die Inszenierung, z.B. von Konflikten, und arbeitete - wie auch Laura Perls, die vom Ausdruckstanz geprägt war - oft mit der bildhaften Darstellung von Thematiken.

George Tabori erlebte die Arbeit von Fritz Perls und brachte wiederum Gestaltelemente in die Regiearbeit an den eher steifen deutschen Bühnen, was bei etlichen SchauspielerInnen, bei der Kritik und dem Publikum zu Irritationen führte. Tabori wollte auch gerne gleichberechtigt mit konstanten Gruppen arbeiten, was dem Arbeitsstil an deutschen Bühnen völlig widersprach.
Quelle: Gundula Ohngemach: George Tabori, Reihe Regie im Theater, Fischer Taschenbuch Verlag Frankfurt / Main 1989

Das Theater ist ein Liebesakt: Gespräch mit George Tabori von Tanja Neumann, taz kultur mi 24/1/90:

"Viele Schauspieler, die mit dir gearbeitet haben, haben gesagt, daß du dabei sehr viel Gelassenheit hast.
Die Arbeit selber ist vitalisierend. Man kommt auf die Probe, immer ängstlich, verspannt, krank sogar, und dann, wenn's anfängt zu laufen: dann geht alles. Theater ist sehr therapeutisch. Viele Regisseure machen das so, daß die Schauspieler ihre privaten Probleme zu Hause lassen - das geht so nicht. Daraus entsteht ein riesiges Loch zwischen dem Menschen und der Rolle, das kann sehr pathologisierend wirken. Darum werden Schauspieler ja auch so oft krank. Und dieses Loch ist nur Angst, denn: da bin ich weder ich, der Schauspieler Schmidt, noch der Othello, sondern ich bin dann nirgends. Und das kann man verhindern.

Kann man das lernen durch sehr viel Aufmerksamkeit?
Ja, ich glaube schon. Ich hab' ein paar Regeln: das einzige, was man im Theater nicht vergessen darf, ist, daß der Schauspieler - also der Hauptträger der Sache - ein Mensch ist. Ich meine das nicht sentimental, sondern: man soll ihn respektieren als Menschen, und nicht als eine Maschine, die produziert. Lawrence Olivier sagte mal: Das Theater ist ein Liebesakt. (S. 17)

Theater im Dialog: heiter, aufmüpfig und demokratisch external image wiegand-buch.jpg

Irgendwo gibts auch meinen letzten Artikel zu lesen: Die Verwandtschaft von Gestalt und Forum-Theater
erschienen in: Helmut Wiegand (Hg): Theater im Dialog: heiter, aufmüpfig und demokratisch:
Deutsche und europäische Anwendungen des Theaters der Unterdrückten.

Mit einem Beitrag von Augusto Boal. als Buch bei mir oder im ibidem-Verlag zu haben: http://www.theaterderunterdrueckten.de
http://home.arcor.de/letsch/verwandt.htm