Forum-Theater ist die zentrale Methode im Theater der Unterdrückten von Augusto Boal.


Die Teilnehmenden eines Workshops tauschen dazu erst einmal in szenischen Bildern und Statuen aus,
was für sie den grössten Ärger oder Druck darstellt, im Themenkreis der Einladung oder in ihrem Leben.

Daraus generalisieren sie in Kleingruppen die Thematik und nehmen sie von der Person in die Gruppe,
entwerfen dann gemeinsam ein Szene, die eine Person in der Hauptrolle in ein Dilemma bringt,
und entwickeln ein kleines Stück, das am Höhepunkt mit dem Scheitern dieser Person endet.

Das Publikum wird mit Hilfe eines Jokers den Konflikt lösen, das Stück vollenden.
Auch wenn das hierzulande kaum jemand glauben mag, es können Senioren wie Kinder ... ab 10 Jahren.

Auch wenn es hier jetzt mal kompliziert klingt, es ist einfach ...
und ich hab es auch schon mit einfacheren Worten beschrieben, z.B. auf bewusstseinbildung in der Theaterarbeit

Die Powerpoint-Projektion Auf dem Weg zum Legislativen Theater: http://www.slideshare.net/FritzLetsch/legislativ2

Viel mehr auf http://forumtheater.wikispaces.com/

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Wenn aus einem Kurzvortrag auch ein Theaterworkshop werden kann, biete ich einen Vortrag an: "Vom Theater bis zur Ästhetik der Unterdrückten"

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte von 1960 (Paulo Freire, Pädagogik) und 1970 (Militärputsch, Augusto Boal, Theater-Methoden)
folgt ein Blick auf die europäische Adaption: 1980 neue Theaterfestivals, Fortbildungen und Workshops, weltweite Verbreitung & regionale Beispiele

Wechsel: Anleitung zu kleinen Gruppen im Publikum
Statuen bauen und generative Themen benennen,
"Besichtigung der Galerie"

Schluß:
Übergang zu Forum-Theater zur Veränderung durch das Publikum
1995 Legislatives Theater, Erfahrungen daraus und politische Entwicklung ...
insgesamt 20 min bis 1/2 Stunde ...



Harald Hahn bereitetet ein neues Buch vor,
dafür sind diese Notizen vorläufig, später für die Werbe-Unterstützung




Forumtheater als forschendes Feld - Theaterpädagogik als forschendes Leben


Fritz Letsch, Theaterpädagoge.

So stelle ich mich jetzt oft vor, wenn ich in Schulklassen oder mit Geflüchteten in die **Sexualpädagogik** einsteige, und erkläre ihnen noch knapp, was ich da machte:
Szenen und Stücke entwickeln, Leute auf die Bühne bringen, den Ausdruck verbessern, die Regie führen und am Schluss auch noch das Gespräch mit dem Publikum organisieren.
Dann kommen ein paar Jahrzehnte Fortbildungen und Arbeit in der Psychotherapie, in politischen Kampagnen und geschichtlichen Projekten, in Aus- und Fortbildungen der Altenpflege, im Teambuilding und in der gemeinnützigen und genossenschaftlichen Unternehmens-Entwicklung.
Themen wie Unrecht in der Psychiatrie, die selbstgerechte Juristerei, der Rückschritt der Beteiligung in der Erwachsenenbildung wie in den Schulen durch Medien, die ansteigende Angst vor Theater ...
Sexualpädagogik ist nicht umsonst immer noch eines der heißesten Tabus unserer Gesellschaft, und in den Fortbildungen eine kritische Sache: das wachsende Kinderwunsch-Geschäft und die abnehmende Fruchtbarkeit durch Gesundheits- und Umweltbelastungen ...
... und die weitgehende Unfähigkeit der Eltern, angemessen mit ihren Söhnen zu reden, bei den Töchtern scheint die Notwendigkeit noch größer.

Forumtheater

war schon einmal ein gefragter Artikel in der innovativen Bildungsarbeit, zwischen Fortbildungen der Jugendarbeit, Evangelischen Akademien, in der politischen Bildung, sogar geprüft und anerkannt durch die Bundeszentrale für politische Bildung, Fortbildungen für Lehrer, Pfarrer, mit GemeindepädagogInnen und "Krankenhauspersonal" in der Friedensarbeit im Ost-Untergrund und im ASA-Programm der Carl-Duisberg-Gesellschaft zur Vorbereitung von Auslands-Studien-Aufenthalten.

In der Supervision von besonders kreativen Teams

wie psychologischen Beratenden, sozialen Kontaktstellen, fachlichen PädagogEn ... wenn es um intensive Zusammenarbeit, aber auch um die eigenen Arbeitsbedingungen und das politische Umfeld geht: Wie vertreten wir uns und die Themen unserer Klientels nach draußen?

Neben Zukunftswerkstätten in der Tradition von Robert Jungk
können die Methoden der Theaterarbeit manche Themen anschaulich machen, wenn die Gruppe mit den Methoden schnell vertraut gemacht worden ist. Da reichen oft schon kleine Erlebnisbilder und Szenen der zukünftigen Auseinandersetzung.
Die Anfänge in den achtziger Jahren: Friedensbewegungen

In den Trainingskollektiven für Gewaltfreie Aktion, in neuen Projekten der politischen Bildung in Ost und West war die Verbreitung groß, waren Kurzfassungen in den Handbüchern zwar oft zu mager, aber viele fanden dabei den Einstieg in andere Kommunikationsformen.
Gleichzeitig gab es die neuen Theaterfestivals

in München, Berlin und weiteren Städten: Damals hatten wir noch Zwei-Wochen-Workshops mit Augusto Boal, nach Einstiegs-Wochenenden, und in Beteiligung aller Theater-Berufe und -Sparten. Sofortige Aktionen und ihre Nachbesprechung begleiteten zum Beispiel den Reagan-Besuch in Berlin.
Bewusstseinsbildung würde heute Kritische Theorie heißen

Der Europäische Arbeitskreis Bewusstseinsbildung wurde zur Paulo-Freire-Gesellschaft, die Zeitschrift für befreiende Pädagogik brachte die Ideen und Praxis der gemeinsamen Lern-Strategien für ein welt-bewusstes Leben, arbeitete zur Lern-Autonomie, im Gegensatz zum Stoff-Plan der Schulen.

Die Arbeit am Tabu - meine Faustregel entstand aus der Praxis:

Der Daumen steht bei den Handlinien für das Ich, in meiner Faustregel für die Sexualität. Keine Lernorte, keine angenehme Sprache, aber gezielte Vermarktung und massive Personenzerstörung durch Anreizung, Moral und Schuldgefühle sind die deutlichsten Anzeichen.
Der Zeigefinger wird für das Du benutzt, in meiner Faustregel für das Thema Geld, das unsere Beziehungen bestimmt. Von den Sprüchen "Geld verdirbt die Freundschaft" und "Über Geld spricht man nicht, Geld hat man" bis zur Frage nach Reichtums- und Klassenunterschieden und das geistige Verbot des Wortes 'Kapitalismus' ist es von Geheimniskrämerei umgeben und könnte unsere Beziehungen sehr gut offenlegen.
Der Mittelfinger ist dem Thema Religion oder auch dem Sinn des Lebens zugeordnet. Entweder das Fertigpack einer Konfession, oder die Do-it-yourself-Version von Atheismus und Freidenkern; Taufe, Initiation, Hochzeitsritus und Begräbnis inbegriffen oder nicht... ein offenes Gespräch jenseits der Vokabeln der Pfarrer ist kaum möglich.
Der Ringfinger ist den längerfristigen Beziehungen zugeordnet, in meiner Arbeit den Themen Krankheit, Tod, Abschied, also den Störungen dabei. Vor allem die Trauer, die Zulässigkeit tiefer Gefühle und ihr gesellschaftlicher Ausdruck sind so behindert, daß Beerdigungen und Abschiede sehr oft in peinlichen Formalismen stecken bleiben.
Der kleine Finger übernimmt die restlichen Themen von abweichendem Verhalten: Anders sein. Lesbisch oder schwul, behindert oder farbig, andersgläubig oder für eine Gesellschaft unpassend, alle Außenseiter wie auch Berühmtheiten, inbegriffen. Die Angst vor dem Fremden bleibt sprachlos und aggressiv, wird in Witzen und Unterstellungen oberflächlich abgehandelt.

Gemeinsame Eigenschaften aller Tabus:

Es fehlt die Sprache, sie wirklich treffend anzupacken, gleichzeitig liegt eine Geschwätzigkeit der Ablenkung darüber. Paulo Freire verwendet die Begriffe 'Mythos' und 'Kultur des Schweigens': Wir haben immer gute Gründe, nicht darüber zu reden. Wenn wir es trotzdem wollen, geht es nicht: Wir kommen vom Thema ab, werden unruhig, müssen rauchen... Wenn wir plötzlich müde werden, gähnen, Kopfschmerzen bekommen - und auf einmal gar nicht mehr wissen, was wir gerade wollten: dann haben sie gut gearbeitet, unsere Polizisten im Kopf.
Es ist gut, viel über sie zu wissen, aber es ist so unsinnig wie bewaffneter Kampf gegen Panzerwagen, wie Militär gegen Terrorismus, mit Gewalt gegen sie losziehen zu wollen. Weil sie von unserer eigenen Angst genährt sind, können wir sie nur sanft und nach ihren eigenen Prinzipien, mit gewaltfreier Methodik und Intelligenz, überlisten.


Theater zur Erzeugung eines denkenden Feldes

Die Kunst der Theaterpädagogik, des Theaters und der Bühne sind verschiedenartig beschrieben worden,

je nach Herkünften und Sichtweisen, ich will hier die pädagogische und soziale Kommunikation in den Vordergrund stellen:
Ein Theaterworkshop beginnt damit, eine Teilnehmenden-Gruppe in eine arbeitsfähige Kommunikation zu bringen: Zeit und Raum verlässlich definieren, Übungen als Selbst-Erforschung von Körper und Ausdruck, und gelegentlich als gegenseitige Verantwortung.
Dann beginnen Denk-Reihen und Lern-Abläufe, die ich inzwischen sehr minimalistisch gestaltet habe:
  • Körperübungen in der Reihenfolge der Glieder und Gelenke von unten her,
  • szenische Bilder-Aufbauten in fünf Schritten zu Statuen und Dialog-Figuren
  • gesellschaftliche Tabus als Faustregel der theaterpädagogischen Anleitung
  • Das Spiel "Hilf, Schwester, hilf" als zentrales Opfer-Täter-Wechsel-Modell
  • generative Themen als persönlicher Ansatz für Veränderungs-Wünsche

In einer offenen, nicht geregelten Gruppe wie an der Hochschule oder einer fest vereinbarten Seminar- oder Theatergruppe wäre so eine knappe und kurze Fassung selten möglich, weil Diskussionen zum Sinn oder Vorgehen die Köpfe beherrschen würden.
Die Kunst der Erzeugung einer konzentriert arbeitenden Gruppe ist nicht das selbe wie eine konzentrierte Zuhörerschaft:

Die gemeinsame Bilder-Sprache wird angewandt und variiert, braucht gelegentlich auch einen Test ihrer Grenzen, Rückfragen.
Im Theater der Unterdrückten tauchen schon immer die extremsten Belastungen von Teilnehmenden auf, die sie nun einer Gruppe vorstellen wollen. Dann ist das Thema reif, die Selbst-Heilung in Gang. Keine Angst, aber

Aufmerksamkeit gegenüber Re-Traumatisierung:

Das ist die Erfahrung, dass unachtsamer Umgang mit Verletzungen zu neuen Wunden führt, und zum Gefühl, unheilbar verwundet zu sein, wenn alle anderen ständig Angst davor haben. Eine schwierige Erfahrung unbegleiteter Selbsthilfe-Internet-Foren und Betroffenen-Seiten, die dann ständig von Thrill und Triggern gebeutelt sind.
Dann kommt die Arbeit an den Bedenken: Arbeit in Szenen mit traumatisierten Personen?

Der dreifache Schritt in die Lösung einer Problematik von einer Person

  1. Eine Person erstellt eine Szene, die für sie belastenden Druck darstellt. (Sozial-Arbeitende fürchten das Trauma!)
  2. Die szenische Gruppe übernimmt das Thema, fühlt sich ein und stellt es der Person und den KollegInnen vor
  3. Die Person erlebt die Einfühlung und die Änderungs-Versuche der Gruppen-Mitwirkenden und der Joker
Die Nachgespräche in der Gruppe müssen sorgsam nachfragen, was sich bewegt, verändert hat, wie die Bewältigung wirkt.
Vor einer Präsentation vor einem Publikum sind die nächsten Stufen zu klären:
  1. Soll die Szene anonymisiert, verallgemeinert, verfremdet werden, um sie freier zur Verfügung zu stellen
  2. Will die vorstellende Person beteiligt sein und in welcher Rolle
  3. Wie werden die Interventionen des Publikums verarbeitet, soll die Anonymität gewahrt werden?
Nach der Aufführung: Bleibt die Gruppe als schützendes begleitendes Feld oder verschwindet sie im Alltag?


Internationale Konferenzen und Fortbildungen entwickelten unsere Methoden

1994 war Paulo Freire in München, forderte uns auf, unser schlechtes Gewissen zu lassen: Ein Hindernis für De-Kolonialismus. Arbeit mit Geflüchteten auf Privic in der kroatischen Adria, ein Inseldorf begegnet "feindlichen" bosnischen Jugendlichen und Frauen in der Unterkunft
1995 Fortbildung und Konferenz mit Augusto Boal in Gauting und München, und später mein Workshop im Museum der Revolution auf Cuba
1996 Zweite geplante Reise von Paulo Freire durch Deutschland, doch die geplante Begegnung mit Jürgen Habermas musste aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden
1997 Internationale Treffen mit Augusto Boal in Toronto (Ripple Effect, mit KollegInnen aus aller Welt, herausragend Indien und Japan) mit etlichen Workshops und Aufführung des "Regenbogen der Wünsche" und im Herbst kollegiale Workshops und Fortbildung mit Augusto Boal in München, Besuch beim Kulturreferenten
1999 mit Augusto Boal in München Europäische Konferenz zum Legislativen Theater: Symbolism in Munich und die praktische Umsetzung von fünf sehr treffenden Themen im Rathaus
2000: Curingas, die Mitarbeitenden von Augusto Boal in Rio, auf der Reise durch die Forum-Szene in Deutschland
Forum-Kopftuch-Szenen im Bayrischen Landtag, Tübingen, Lingen, Berlin, Bielefeld ...
2004 in Linz: Wieder wieder einmal Arbeiterkammer Linz ... wie schon mal mit Augusto ca 1995
Hochschulen, Angewandte Sozialwissenschaft München und Regensburg, Berlin, Halle, Ottersberg, Kunstakademie ...
Volkstheater-Elemente, Bauerntheater, Geschichtsarbeit, Altenpflege, Seniorentheater: Zwei Modelle, Die Räuber von Menzing
Gestalt-Psychotherapie: Forumtheater und Gestalt behandelt ein Beitrag im Buch von Helmut Wiegand: Theater im Dialog: Heiter, aufmüpfig und demokratisch

Demokratie? Räte-Gedanken ...

In der Geschichtsarbeit zur Räterepublik 1918 in München sind meine wichtigsten Fragen, wie die damaligen Anarchisten, Pazifisten, Sozialisten und späteren Kommunisten jeweils die demokratische Organsiation dachten, denn sie kannten nur die damals 100 Jahre alte Verfassung des ständischen Landtags von Königs Gnaden und den entsprechenden Reichstag. Darin bildeten - genau wie heute - die Parteien die Interessen der Stände ab, der Adel ist den Banken und der Auto-Industrie gewichen,

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Bewusstseinsbildung statt Stoff-Vermittlung

con-sience steckt auch in dem Wort, das Paulo Freire als Grundlegung seines Arbeits-Weltbildes vom Lernen benutzte:

Conscientization

The process of developing a critical awareness of one’s social reality through reflection and action. Action is fundamental because it is the process of changing the reality. Paulo Freire says that we all acquire social myths which have a dominant tendency, and so learning is a critical process which depends upon uncovering real problems and actual needs.
www.freire.org/paulo-freire/concepts-used-by-paulo-freire

Kritisches Bewusstsein kommt nicht vom Nachbeten

Aktion und Reflexion können wir in der Theaterarbeit schnell kombinieren, und die Mythen (ich verwende lieber das Wort Tabu, weil Mythen als Märchen hierzulande so positiv besetzt sind), habe aber mehrfach die Mythen unserer Gesellschaft in Gruppen erforscht:

Demokratie durch Parteien ist auch ein Mythos


Die Sehnsucht nach wirklicher gemeinschaftlicher Selbstbestimmung

Selbstorganisation kennt jede Familie, aber so bald wir - vor allem aus unserer postfaschistischen Familienstruktur - entflohen sind, wollen wir die Freiheit genießen und wiederholen doch oft die Bindungs- und Macht-Muster unserer Eltern.

Legislatives Theater schriebt neue Gesetze

wie wir sie selbst möchten, und das kann ganz schön spannend werden.

Zukünftige Gesetze und Räte gemeinsam erspielen

Die alten Arbeiterräte, die Soldatenräte aus den Kasernen, die Bauernräte waren oft die gleichen, die im Dorf schon das Sagen hatten ...




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Das **Forumtheater** als zentrale Methode im Theater der Unterdrückten von Augusto Boal bezieht sich auf die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire, weitergeführt zur Pädagogik der Befreiung und zur Pädagogik der Hoffnung und der Autonomie.
Aus dem Forumtheater wurde im gemeinschaftlichen Forschen und Lernen auch das Bilder- und das Zeitungstheater entwickelt, das Unsichtbare Theater entstand unter den Situationen der Diktatur und Unterdrückung, das Legislative Theater in den Situationen der Befreiung und der parlamentarischen Macht-Kontrolle.
Mit einer Ästhetik der Unterdrückten schloss Augusto Boal kurz vor dem 2. Mai 2009 sein Lebenswerk ab, auf den Tag 12 Jahre nach Paulo Freire, dessen Gedächtnis wir 1997 in Toronto beim internationalen Festival des Theater der Unterdrückten begangen hatten.

Forschendes Feld und Forumtheater in den Wissenschaften

Alphabetisierung, wie sie Paulo Freire später für den Weltkirchenrat in den französisch-sprachigen Ländern Afrikas verbreitete, entstand als Grund-Idee in einer konkreten Situation in Brasilien: Eine gemäßigte Regierung zwischen den Militär-Diktaturen hatte in den 60er Jahren vor Wahlen angekündigt, dass nur Leute, die Lesen und Schreiben können, auch zur Stimmen-Abgabe zugelassen werden.
Im Nu hatten die Studierenden mit Paulo Freire einen Plan: Wenn sie in den nächsten Semester-Ferien in ihre Heimatdörfer zurückkehren, führen sie alle dort einen schnellen Grundkurs für alle Bewohnenden ihres Dorfes durch:
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Lesen und schreiben der wichtigsten Wörter, der generativen Themen der Menschen, ist innerhalb ein paar Tagen möglich: Die portugiesisch-brasilianische Sprache baut auf wenigen wiederkehrenden und variierten Silben auf, die Schlüsselthemen der MitbürgerInnen zwischen Arbeit, Wasserversorgung und aktuellen Sorgen waren schnell in Worten gesammelt und ausgetauscht, für die Wahlen erschlossen.
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Lernen im Dialog

Die Worte bringen uns dann - wie im Theater bei Augusto Boal die Szenen - in konstruktive Auseinandersetzungen: Bestätigungen und Vertiefungen, neue Fragen und Widersprüche der Interessen.

Das Bankiers-System in der Schule

glaubt immer noch an eine weiter zu gebende Wissensfülle, wie sie in unseren Schulbüchern steht, statt irgendwann wirklich zu akzeptieren, dass das eigene Forschen Lernen und auseinander setzen auch bei Kindern tatsächlich Fähigkeiten entwickelt und sichert.
Wie ein Bankier macht die Lehrkraft eine Einlage in das Gehirn der Schüler, und erwartet in der Abfrage eine korrekte Wiedergabe, keine kreative Veränderung oder konstruktive Verarbeitung.

Das Bulimie-Lernen ist auch an den Hochschulen durchgesetzt worden, durch die "Bologna-Reform" in ECS-Zertifikate verwandelt, in Multiple Choice wie die Führerscheinprüfung auf "Richtigkeit" reduziert.
Nürnberger Trichter war der alte Begriff, den die neuen selbtsorganisierten Lerngruppen des Wandervogel schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts in ihrer europäischen Bewegung als alten Denkfehler der Lehrer und Schulen entlarvten und mit einer Bewegung zu neuen Medien und eigenen selbstorganisierten Arbeits-Lagern entwickelten (ja, erst die Nazis pervertierten den neuen Ansatz!)

**Adolf Reichwein** entwickelte die Zeitleiste und den Schul-Film, er kam aus dem Wandervogel und beschäftigte sich mit den Formen der Reformpädagogik, am Ende sollte er in einer Regierung nach Hitler zum Kultusminister werden, was ihm den Tod durch Hinrichtung 1944 brachte.
Deutschland war in jenen Zeiten führend in der Reformpädagogik gewesen, und vor allem jüdische Seminar-Schulen hatten neue Formen des eigenständigen Lernens entwickelt, bevor sie zu fliehen hatten: Die meisten hatten frühzeitig die Bedrohung erkannt, in anderen Ländern ihr Überleben gesichert.
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Was waren in deinem langen Berufsleben im TdU für dich dein persönliches Highlight?
Katholikentag München 1984 in der Olympiahalle mit 10.000 Besuchern
Im Franz Hitze Haus Münster mit Alwin und Arnold als Teilnehmenden
Eine Tagung der evangelischen Akademie Tutzing
war damals ein wichtiger Schritt vorwärts, und schon die Vorbereitung eine Qualifizierung, ein Interview im Bayrischen Rundfunk und Berichte, der Flyer
Ein Workshop in Marburg mit Helmut Wiegand
bei dem wir ein schönes Theater als Aufführungsort mit einem enorm interessierten Publikum fanden
In der Flüchtlingsarbeit auf der kroatischen Insel Privic mit bosnischen Frauen und Jugendlichen 1994
internationale Treffen, Joker-Tour und einzelne Aufführungen darin 1997
Was würdest Du jungen Menschen mitgeben auf ihrem Weg als Tipp die im Jahre 2017 mit dem Theater der Unterdrückten anfangen?
Was ich ständig versuche, aber auch immer wieder schief geht: Bewusstseinbildung
Was stört dich an der TdU Szene in Deutschland, was wäre deine Wunsch/Vision.
Mein altes Angebot war viel zu früh: Ein Joker-Netz aufbauen,
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und nach der bundesweiten Tour der Curingas - nachzulesen auf ...
gilt aber immer noch, wenn Kundige mit einsteigen:

Joker-netz nun als wordpress-Plattform für

- externe Ankündigungen

- interne Kommunikation
Und alle Autorinnen schreiben noch 3 bis 5 ihrer Lieblingsübungen weil es in dem Buch auch ein Praxisteil geben soll:

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Hilf, Schwester hilf

Paare stehen eingehängt, nur eines "spielt fangen", bis sich die / der Verfolgte bei einem anderen Paar einhängt: Die / der nun Dritte am anderen Ende wird nun FängerIn und stürzt sich auf die / den bisherigen Fangenden. Falls gefangen wird, wechseln ebenfalls sofort die Rollen...

Statuen bauen


Generative Themen erfassen

und was zur Person
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*1954 rel päd grad und mal gelernter Schauspieler, über die Theaterpädagogik, die es vorher in der Arbeitsagentur noch gar nicht gab, aber dann auch in der Künstlersozialkasse seit etwa 1982

Als Gestalt-Coach und Supervisor lernte ich schon in der Ausbildung, dass ich "ein mächtiges Werkzeug" (bayr. hoher Sozial-Beamter) hätte, aber die Mächtigen wissen es zu meiden.
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Übungshalber können Interessierte sich schon mal einarbeiten:


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Bei
www.befreiungsbewegung.fairmuenchen.de
und wer auf Facebook ist:

**Forumtheater** - Home | Facebook https://www.facebook.com/**Forumtheater**-193468740718349
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langsam nimmt der Sammelband zum "Theater der Unterdrückten“ mehr Gestalt an.

Bisher sind Buchbeiträge eingegangen von:
Stephan Antczack:

Sucht — Macht — Unterdrückung -Spielend aufklären und verändern!Das ‚Theater der Unterdrückten‘ dient der Verständigung über Handlungsgründe und-möglichkeiten und ist Werkzeug zur Veränderung süchtiger Verhältnisse. Ein Bericht zur „Theaterwerkstatt MutProbe“.
Fridericke Wilckens von Hein: Über ihr Projekt Powerkids

Özge Tomruk: Applied Action Theater™, eine Anregung für die TdU Praxis

Ein Erfahrungsbericht
Dann kommt noch ein Beitrag von mir der auch schon fertig ist: "

Theater der Unterdrückung zwischen Religion und Neoliberalismus -Gedanken, Ansichten und Polemik eines Ketzers

In Arbeit ist:
Ein Beitrag von Sophia Bömer über das interaktive Theater Projekt Klimafresser
das schöne an dem Theaterprojekt ist, dass die Moderation im Forum nicht durch einen Joker geschieht sondern eine Theaterfigur moderiert.

Dominik Werner: Über den tiefenökologischen Ansatz und seine Arbeit mit dem Transition Theater

Sanjay Kumar: Über seine Arbeit mit Geflüchteten aus Syrien in Bielefeld

Birgit Fritz: Über Theatertherapie und TdU

Und ich schreib noch ein Beitrag: Regenbogen der Wünsche als Methode zur systemischen Arbeit mit inneren Anteilen im Rahmen von Theatraler-Supervision

Dann eventuell noch ein Beitrag von Fritz Letsch und Aktionstheatergruppe Halle, und Jens Clausen

Das Buch hat verschiedene Teile

1. Vorwort von Harald Hahn
2. Buchbeiträge (Eine Reihenfolge und roter Faden bastele ich wenn ich die Beiträge habe)
In den Buchbeiträgen wäre es auch toll, wenn ihr das Schwarz/Weiß Fotos einbauen könnt, dann ist es nicht so eine Schreibwüste zum lesen.
3. Dann noch eine Bitte: Dass ihr drei bis 5 eurer Lieblingsübungen beschreibt: Hintergrund. Es gibt immer auch Praktiker*innen die möchten ein wenig Handwerkszeug. Und auch wenn die Übungen, Spiele schon veröffentlicht sind macht das ja nichts. Aber ein Praxisteil macht das Buch attraktiver es zu kaufen. Gebrauchswert sozusagen.
Autor*innenangabe: Ein Foto von Euch und ein paar Sätze zu eurer Person und eurer Arbeit und eure KontaktdatenMailadresse, Website, etc damit die Leser*innen Kontakt zu Euch aufnehmen können.

Theater der Unterdrückten in der Jugendarbeit, der Schule, in Sozialarbeit und der Therapie