Ernest Bornemann beschreibt in seiner Selbstanalyse "Die Ur-Szene" seine Lehrjahre bei Wilhelm Reich im Jahr 1931 als 16jähriger, und wie angeleitet wurden, die Beratung für Gleichaltrige durchzuführen:
"Der wichtigste Einfluss auf meine jungen Jahre war der des Psychoanalytikers Wilhelm Reich. Ich lernte ihn im Januar 1931 in Berlin kennen, als er 33 und ich 16 war. (...) S. 22
Als Reich im Januar 1931 mit einer Vortzragsreihe an der Marxistischen Arbeitcrschule begann, ging ich hin, war beeindruckt und blieb sein Schüler, Im Juni 1931

"An zwei Nachmittagen, ich glaube es war Dienstag und Donnerstag, pilgerte ich zu der Klinik und empfing, nachdem Reich und seine Assistenten uns das erklärt hatten, Patienten meines eigenen Alters, die Sexualprobleme hatten. Das waren fast ausnahmslos die folgenden vier: Empfängnisverhütung, Masturbation, Geschlechtskrankheit oder Abtreibung.

Mit der ihm eigenen Autorität (nie habe ich einen "Anti-Autoritären" erlebt, der so eisern auf seine Autorität bestand) hatte er mir und den anderen Jugendhelfern eingebleut, dass wir in den letzten beiden Fällen nie irgend etwas sagen durften, sondern die Patienten zu ihm und den anderen Ärzten schicken mußten.

Über die Masturbation und Empfängnisverhütung dagegen durften wir frei und unüberwacht die Lektionen weitergeben, die Reich und seine Kollegen uns eingeprägt hatten." Frankfurt 1977 S. 23

Ernest Bornemann: "Die Ur-Szene" Eine Selbstanalyse, S. Fischer Frankfurt 1977

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