Ketzerbreviermein eigener erster Anlauf:

Ketzerbrevier eines Altöttinger Ministranten

zwischendurch: Studien zur Freundschaft von Klaus Mann mit Thomas Quinn Curtiss
in den Tagebüchern Klaus Manns (im Original in der Monacensia München)

für Yad Vashem: Jüdische Fälle von Verfolgung in den Akten des Staatsarchives München, vor allem im Bestand "Volksgerichtshof München"
und Bestände bayrische Gesundheitsämter: Volksgesundheit, Erbkrankheiten, Rassismus und Alkoholismus ... Ärzte und Faschismus

frühere Arbeit an "Eines Freundes Freund zu sein" von Erich Haas, inzwischen erschienen als Splitter im Forum München
Studien zu den Erfahrungen mit begleiteten, eigenen und betreuten Themen des Coaching und der politisch gesehenen Psychotherapie, mit Vorgängen in Supervisionen und Projektentwicklungen in Einrichtungen und Gruppen

Depressionen aller Art - nun auch bei Schülern

Kränkungen in autoritären Verhältnissen hatten wir schon in den Situationen der späten DDR im Kreis der Friedensleute und beim Forumtheater mit verschiedenen Gruppen im damaligen Untergrund festgestellt, was im Westen damals mehr die ökologische Krise des Wissens und mangelnder Reaktion war.

Schulschädigungen sind in Bayern als normal angesehen, werden wie die "Auslese" verteidigt

Zum Schulschluss verteidigen Leute im Radio die Durchfall-Quoten, das Trauma der Kinder wird nicht empfunden.
Inklusion wird nun als fremdartige Anforderung von ganz oben irgendwie eingehalten, aber eigentlich nicht gewollt.
Die göttliche Schulaufsicht aus monarchischer Zeit scheint immer noch zu wirken ...

Rektor Burger: Der angesehene Schläger in der Kleinstadt

Er war so gefürchtet, dass sich bis heute keiner offen darüber sprechen traut, aber in der Kleinstadt-Hierarchie unangefochten. Als Leiter der Katholischen Knaben-Volksschule Altötting blieb er unangefochten, weil damals das Prügeln und Ohrfeigen der Kinder noch als normal, verdient eben, dargestellt wurde. An Sadismus übertraf ihn nur Lehrer Spahn in der 8. Klasse, den auch Andreas Altmann in seinem Altötting-Buch (Scheiß-Jugend...) beschreibt. Sogar im Landtag war die Debatte um die Prügelstrafe durch die CSU ganz klar abgeschmettert worden, die Hildegard Hamm-Brücher damals ausgelöst hatte.

Mein 4. Schuljahr, 1964, hatte ich ziemlich verdrängt. Mutter hatte mir schon vorsorglich Beruhigungsmittel verabreichen lassen, weil sie selbst Angst hatte: Ich war in der dritten Klasse noch ein fröhliches Kind, wurde Floh genannt und liebte mein Fräulein Böck, eine der alten Damen, die man aus der Rente zurückgeholt hatte, weil für so viele Kinder des Jahrgangs 1954 nicht genügend Lehrer da waren.

Auch ich hatte gelegentlich von ihr eine "Tatze" bekommen, einen Schlag mit dem Rohrstock auf die vorgestreckte Hand, aber Prügel waren wir als Lehrerskinder auch von zu Hause gewohnt, und bei "gerechter Verabreichung" waren sie auch psychisch verkraftbar. Und Fräulein Böck, ein noch "geschworenes Fräulein", die für ihre Lehrerausbildung auf die Ehe zu verzichten hatte, war liebevoll und gerecht. Wir mochten sie alle, vor allem, wenn sie uns selbst erlebtes vom Bruder Konrad und der Bockerlbahn erzählte, die in ihrer Jugend zwischen Alt- und Neuötting fuhr, und Freitags aus Pinocchio vorlas.

Ich hatte mein "Kalktabletten" zu schlucken, von denen ich immer müde wurde, und war dann zu langsam zum Fußball spielen, saß lange über meinen Hausaufgaben und wurde dick, ein braves Kind. Früh zum ministrieren bei den Kapuzinern in St. Magdalena, dann in der Schule als Aufseher in der Klasse, wenn der Rektor während Still-Arbeiten oder zum Telefonieren in sein Büro ging. Ich hatte an der Tafel zu notieren, wer schwätzte oder von seinem Platz ging, und danach gab es die Strafen.

Und in der Pause Prügel für mich, wenn sich wieder einer zu Unrecht aufgeschrieben fühlte, oder vorbeugen wollte. Die Mutter glaubte mir nie, dass ich an den zerrissenen Hosen und blut-fleckigen Hemden nicht selber schuld war. Gründlich hatte ich das verdrängt, aber es saß noch fest in mir: Die innere Angst und der Missbrauch, den ich notgedrungen mitgespielt hatte, war mein Vater als Lehrer doch sein Kollege, wenn auch anderer Schule.

Verarbeitung der Coaching-Erfahrungen

Meine eigenen Erinnerungen werden von vielen Begegnungen und intensiven Arbeiten und Gesprächen in der Theaterarbeit und mit KollegInnen und im Coaching angeregt, etliche Themen sind mir selbst fremd, aber durch das Miterleben vertraut geworden. Aus Gründen der ganzheitlichen Sicht werde ich diese Themen nicht abgrenzen, auch wenn manchen mein Erleben damit widersprüchlich und angemaßt erscheinen mag.

Dilemma und Ärger

Durch meine regelmäßig gleiche Fragestellung in der Theaterwerkstatt nach einer Situation und Szene von "Ärger" in der letzten Woche oder letzten Zeit kenne ich sehr viele Szenen, die ich als "generative Themen" der Teilnehmenden aufgenommen habe. Die Generalisierung dieser Themen werde ich in meinem nächsten Buch angehen.

Die Beiträge des früheren ketzerbrevier.blog.de sind auf dem Blog Befreiungsbewegung dokumentiert und mit dem Stichwort Ketzerbrevier zu finden,
http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de/#ketzerbrevier

und die Mailingliste mit weiteren Beiträgen wie z.B einem aktuellen Hinweis auf den "Rosenkranzkönig" von Andreas Altmann in der SZ http://www.sueddeutsche.de/bayern/hass-buch-ueber-den-wallfahrtsort-altoetting-der-vorhof-zur-hoelle-1.1128603abonnieren oder lesen auf http://de.groups.yahoo.com/group/ketzerbrevier